Gute Dialoge sind das Herzstück jeder Geschichte. Sie enthüllen Charakter, treiben die Handlung voran und erzeugen Spannung. Aber schlecht geschriebene Dialoge können einen Roman sofort aus der Bahn werfen. Hier sind sieben häufige Fehler – und wie du es besser machst.

1. Alle Figuren klingen gleich

Jede Figur hat ihre eigene Stimme. Ein zwölfjähriges Mädchen spricht anders als ein alter Arzt. Eine aufgeregte Person benutzt andere Satzstrukturen als jemand, der sich langweilt. Frag dich: Könnte ich diesen Satz einer anderen Figur zuordnen, ohne den Namen zu sehen?

2. Zu höfliche, vollständige Sätze

Menschen sprechen selten in druckreifen Sätzen. Echte Gespräche sind voller Abbrüche, Wiederholungen, unvollständiger Gedanken. „Ich weiß nicht, ob – also, eigentlich schon, aber…“ ist echter als eine vollständig ausformulierte Antwort.

3. Dialoge als Informationsdump

„Wie du weißt, haben wir vor drei Jahren das Unternehmen gegründet…“ – Niemand sagt das wirklich. Wenn Figuren sich gegenseitig Dinge erzählen, die sie beide längst wissen, nur damit der Leser informiert wird, wirkt das sofort unecht.

4. Zu viele verschiedene Inquit-Formeln

„sagte er“, „flüsterte sie“, „rief er aus“, „entgegnete sie schnippisch“ – weniger ist mehr. Das schlichte „sagte“ ist nahezu unsichtbar für die Leserin und vollkommen ausreichend.

5. Subtext fehlt komplett

Was Figuren nicht sagen, ist oft genauso wichtig wie das, was sie sagen. Menschen reden um den heißen Brei herum, vermeiden Themen, sagen das Gegenteil von dem, was sie meinen. Subtext macht Dialoge tief.

6. Zu langer Dialog ohne Pausen

Wenn zwei Figuren seitenlang reden, ohne dass etwas um sie herum passiert, verliert der Leser die räumliche und emotionale Orientierung. Unterbreche lange Dialogpassagen mit kurzen Handlungsmomenten: ein Blick, eine Geste, ein Geräusch.

7. Dialoge ohne Funktion

Jeder Dialog sollte mindestens eine Aufgabe erfüllen: Charakter zeigen, Handlung voranbringen oder Spannung aufbauen. Small Talk ohne Funktion gehört gestrichen.

Fazit

Überzeugender Dialog entsteht durch Beobachtung – hör hin, wie Menschen wirklich sprechen. Und dann filtere das heraus, was auf der Seite wirkt. Denn echter Dialog und literarischer Dialog sind nicht dasselbe – aber das Beste aus beiden Welten zu vereinen, das ist die Kunst.

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