Du hast dein Manuskript fertiggeschrieben, lektoriert und Korrektur gelesen – jetzt geht es an den Satz. Für viele Self-Publisher ist das der Moment, in dem die Arbeit „fertig“ wird. Doch genau hier passieren Fehler, die dein Buch trotz guten Inhalts unprofessionell wirken lassen.
Ich zeige dir drei der häufigsten Buchsatz-Fehler – und wie du sie vermeidest.
Fehler 1: Falsche oder uneinheitliche Abstände
Abstände sind im Buchsatz kein ästhetisches Detail – sie sind ein Kommunikationsmittel. Zu enge Zeilen ermüden die Augen, zu große Abstände lassen den Text auseinanderfallen. Der häufigste Fehler ist jedoch nicht zu viel oder zu wenig Abstand, sondern Uneinheitlichkeit.
Wenn Überschriften mal mit einem Absatz darunter stehen, mal ohne – wenn Einzüge mal vorhanden sind, mal nicht – wenn Absatzabstände variieren, ohne System zu haben – dann wirkt das Buch unfertig. Nicht weil etwas technisch falsch ist, sondern weil es zeigt: Hier fehlte ein konsequentes Gestaltungskonzept.
Tipp: Arbeite mit Formatvorlagen statt mit manuellen Leerzeilen und Leerzeichen. Einheitlichkeit entsteht durch Systematik, nicht durch Gefühl.
Fehler 2: Gänsefüßchen, Bindestriche und Anführungszeichen falsch verwendet
Das klingt wie ein Kleinkram-Problem – ist es aber nicht. Falsche Satzzeichen sind eines der deutlichsten Zeichen dafür, dass ein Buch nicht professionell gesetzt wurde. Erfahrene Leserinnen und Leser bemerken es sofort.
Die häufigsten Fehler: Gerade Anführungszeichen („so“) statt typografisch korrekter Anführungszeichen („so“), der Bindestrich (-) statt des Gedankenstrichs (–) bei Einschüben, und der einfache Apostroph (‚) statt des typografischen Apostrophs (‚).
Tipp: Stelle in deiner Satzsoftware die automatische Zeichenkorrektur ein oder prüfe diese Zeichen gezielt in einem letzten Durchgang vor dem Druck.
Fehler 3: Hurenkinder und Schusterjungen
Diese charmanten Begriffe aus der Drucktypografie bezeichnen zwei klassische Satzfehler: Ein Hurenkind ist die letzte Zeile eines Absatzes, die allein auf einer neuen Seite steht. Ein Schusterjunge ist die erste Zeile eines Absatzes, die allein am Ende einer Seite zurückbleibt.
Beide entstehen oft unbemerkt, weil man beim Schreiben nicht die spätere Druckseite vor Augen hat. Im gedruckten Buch fallen sie deutlich auf und stören den Lesefluss.
Tipp: Aktiviere in InDesign oder Word die entsprechende Option zur Vermeidung dieser Fehler – oder prüfe die fertigen Seiten manuell, bevor du die Druckdatei erstellst.
Fazit: Buchsatz ist Handwerk
Guter Buchsatz fällt nicht auf – und das ist genau das Ziel. Er hält sich zurück, damit der Inhalt wirken kann. Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Buchsatz professionellen Anforderungen entspricht, schreib mir gerne.
