Viele Self-Publisher unterschätzen die Wirkung von Typografie. Dabei ist die Schrift, die du für deinen Fließtext wählst, eine der wichtigsten gestalterischen Entscheidungen für dein Buch. Sie beeinflusst Lesbarkeit, Stimmung und Professionalität.
Serifenschriften für Fließtext – warum das gilt
Für gedruckten Fließtext werden seit Jahrhunderten Serifenschriften empfohlen – und das hat einen Grund: Die kleinen Füßchen an den Buchstabenenden führen das Auge entlang der Zeile. Klassiker wie Garamond, Palatino oder Georgia lesen sich auf Papier angenehm und ermüden wenig.
Serifenlose Schriften im E-Book
Auf Bildschirmen – besonders bei niedrigerer Auflösung – können Serifenschriften pixelig wirken. Serifenlose Schriften wie Georgia (ja, die zählt für Screens besonders) oder systemnahe Fonts funktionieren hier oft besser. Allerdings haben moderne E-Reader gute Auflösungen, sodass dies zunehmend weniger eine harte Regel ist.
Was du unbedingt vermeiden solltest
Comic Sans, Papyrus, oder andere Displayschriften für Fließtext – das signalisiert Laientypografie. Auch zu viele verschiedene Schriften in einem Buch (mehr als zwei bis drei) wirken unruhig und unprofessionell.
Schriftgröße und Zeilenabstand
Ein häufiger Fehler: zu kleiner Text oder zu enger Zeilenabstand. Für Print gilt: 10–12 Punkt Schriftgröße, 120–140 % Zeilenabstand sind eine gute Orientierung. Lesbarkeit geht vor Platzsparen.
Fazit
Gute Typografie fällt nicht auf – sie lässt lesen. Schlechte Typografie hingegen schon. Investiere Zeit in die Auswahl und teste deine Wahl an einem Probeausdruck, bevor du das Design finalisierst.
