„Es war eine dunkle und stürmische Nacht.“ Wir alle kennen diesen ersten Satz – als Inbegriff des Klischees. Aber er zeigt, wie viel Druck auf diesem einen Satz lastet. Der erste Satz deines Buches ist deine einzige Chance auf einen ersten Eindruck.

Was ein guter erster Satz leistet

Er weckt Neugier. Er stellt eine implizite Frage, auf die wir eine Antwort wollen. Er gibt uns eine Stimme, einen Ton, eine Welt – und er macht uns Lust auf mehr. Das klingt nach viel Verantwortung für einen einzigen Satz – und das ist es auch.

Häufige Fehler beim Einstieg

Viele Romane beginnen zu früh: mit Wetter, mit dem Aufwachen der Hauptfigur, mit ausführlichen Beschreibungen einer Szenerie, in der noch nichts passiert. Das Problem ist nicht, dass diese Elemente per se schlecht sind – das Problem ist, dass sie die Leserin nicht halten, bevor sie die Figur kennt und sich für sie interessiert.

Techniken für starke Einstiege

In medias res – mitten ins Geschehen einsteigen – ist ein bewährter Ansatz. Aber auch ein ungewöhnlicher Gedanke, ein charakterisierender Satz in der Stimme der Figur oder eine unerwartete Beobachtung können sofort Interesse wecken. Was zählt: Es muss sofort etwas auf dem Spiel stehen – emotional, intellektuell oder situativ.

Mein Rat

Schreib deinen ersten Satz zuletzt. Warte, bis du weißt, worum es in deinem Buch wirklich geht. Dann weißt du auch, womit du beginnen musst.

Fazit

Der erste Satz ist ein Versprechen an die Leserin. Er sagt: So wird das klingen, so wird sich das anfühlen. Mach dieses Versprechen so verlockend wie möglich.

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