Viele Autorinnen und Autoren fragen sich, was eine Lektorin eigentlich den ganzen Tag macht – und was konkret mit ihrem Manuskript passiert, wenn es bei mir auf dem Schreibtisch landet. Ich nehme dich heute mit hinter die Kulissen.
Schritt 1: Das Erstlesen
Bevor ich irgendetwas markiere oder kommentiere, lese ich das Manuskript einmal komplett durch – als Leserin. Ich notiere erste Eindrücke, Stellen, die mich fesseln, aber auch Momente, an denen ich aus dem Lesestrom herausgeworfen werde. Diese Erstlektüre ist Gold wert: Sie zeigt mir, wie das Buch auf eine unvorbereitete Leserin wirkt.
Schritt 2: Die Arbeitsphase
Jetzt geht es in die Tiefe. Ich lese das Manuskript ein zweites Mal – diesmal mit dem Handwerkslook. Ich kommentiere, markiere, stelle Fragen, mache Verbesserungsvorschläge. Je nach Art des Lektorats liegt der Fokus auf Struktur und Inhalt, auf Sprache und Stil oder auf beiden.
Schritt 3: Das Lektüreprotokoll
Am Ende erstelle ich für viele meiner Klientinnen ein ausführliches Lektüreprotokoll: ein Dokument, das meine übergreifenden Beobachtungen bündelt. Was funktioniert gut? Wo liegen die größten Baustellen? Was sollte vor allem anderen angegangen werden?
Was ich nicht tue
Ich schreibe das Buch nicht um. Meine Aufgabe ist es, die Stimme der Autorin zu stärken – nicht, meine eigene drüberzulegen. Ein gutes Lektorat macht das Buch zu einem besseren Version seiner selbst, nicht zu einem anderen Buch.
Fazit
Ein Lektorat ist kein Korrekturdienst und kein Urteil – es ist eine Zusammenarbeit. Ich bringe mein Handwerkswissen, du bringst deine Geschichte. Zusammen machen wir das Beste daraus.
