Ich werde regelmäßig gefragt: Womit arbeitest du eigentlich? Welche Programme nutzt du für Lektorat und Buchsatz? Heute teile ich meine ehrliche Antwort – inklusive dessen, was ich wirklich täglich benutze, was ich empfehle und was ich mit gemischten Gefühlen sehe.
Für das Lektorat: Microsoft Word
Ich weiß, ich weiß – Word ist nicht glamourös. Aber es ist das Standardwerkzeug der Branche, und das aus gutem Grund. Die Überarbeitungsfunktion (Track Changes) ist für das Lektorat schlicht unübertroffen: Ich kann Änderungen nachvollziehbar kennzeichnen, Kommentare hinterlassen, und die Autorin oder der Autor kann jeden Eingriff akzeptieren oder ablehnen. Das ist kollaboratives Arbeiten in Reinform.
Was ich an Word wirklich schätze: Es ist verbreitet, verständlich und kompatibel. Fast jede Autorin, jeder Autor kann damit arbeiten – das ist im Alltag ein enormer Vorteil.
Für den Buchsatz: Adobe InDesign
Für professionellen Buchsatz komme ich an Adobe InDesign nicht vorbei. Es ist das Branchenstandard-Programm für Layout und Satz – präzise, mächtig und flexibel. Ich kann Formatvorlagen definieren, Seitenränder exakt steuern, Schriften und Abstände perfekt justieren.
InDesign hat eine Lernkurve. Aber wer professionelle Ergebnisse haben möchte – für Print oder für digitale Formate – der kommt damit am weitesten.
Für die Rechtschreibprüfung: Duden Korrektor und LanguageTool
Automatische Rechtschreibprüfung ersetzt kein Korrektorat – aber sie ist ein nützliches Hilfsmittel. Ich nutze sowohl den Duden Korrektor als auch LanguageTool als erste Siebe. Beide haben ihre Stärken: Der Duden Korrektor ist besonders stark bei deutschen Sonderregeln, LanguageTool bei Stilhinweisen und kontextbezogener Analyse.
Wichtig: Diese Tools finden nicht alles – und sie finden manchmal auch Dinge, die gar keine Fehler sind. Der menschliche Blick bleibt unersetzlich.
Für Organisation und Kommunikation: E-Mail und ein gutes Notizbuch
So simpel das klingt: Meine wichtigsten Organisations-Tools sind gute alte E-Mail und ein physisches Notizbuch. Ich habe verschiedene Projektmanagement-Tools ausprobiert – aber für die Art der Arbeit, die ich mache, fühlen sich einfache, klare Strukturen am besten an.
Manche Dinge, die man auf Papier notiert, verarbeitet man anders als am Bildschirm. Ich entwickle Lektoratskonzepte und Gedanken zum Manuskript am liebsten handschriftlich – und übertrage sie dann.
Was ich nicht empfehle
KI-Schreibtools als Ersatz für Lektorat oder Korrektorat. Nicht weil ich Technologie pauschal ablehne – sondern weil ich täglich sehe, was diese Tools übersehen, falsch verstehen oder sprachlich glätten, wo Eigenheit bewahrt werden sollte. Als Unterstützung und erste Orientierung können sie sinnvoll sein. Als Ersatz für professionelle Arbeit am Text: noch nicht.
Wenn du Fragen zu meiner Arbeitsweise oder meinen Leistungen hast, schreib mir gerne.
