Viele denken, Lektorin sein bedeutet: gemütlich lesen, roten Stift zücken, fertig. Die Realität ist etwas vielschichtiger – und ich finde, deutlich interessanter. Hier ein ehrlicher Blick auf einen ganz normalen Arbeitstag bei Spell & Sense.
Morgen: E-Mails, Planung, Kaffee
Mein Arbeitstag beginnt mit der Inbox. Neue Anfragen, Rückfragen zu laufenden Projekten, manchmal eine aufgeregte Nachricht einer Autorin, die ihr erstes Autorenbelegexemplar erhalten hat – das sind meine Lieblingsmails. Danach prüfe ich, was heute auf dem Plan steht: Welches Manuskript wartet, welche Deadline naht?
Vormittag: Die Hauptarbeit am Manuskript
Die konzentrierteste Lesearbeit mache ich am Vormittag. Ich lese mit dem Handwerkslook – und gleichzeitig als Leserin. Kommentiere, markiere, stelle Fragen. Zwei bis drei Stunden am Stück sind mein Maximum, bevor die Konzentration merklich nachlässt.
Mittag: Bewusste Pause
Ich bin eine große Verfechterin echter Mittagspausen. Keine Nachrichten, kein Bildschirm. Spaziergang wenn möglich. Das Gehirn braucht diese Unterbrechung, um die Eindrücke des Vormittags zu verarbeiten.
Nachmittag: Kommunikation, Verwaltung, Eigenes
Nachmittags widme ich mich Telefongesprächen mit Klientinnen, Angebotserstellungen, Rechnungen – dem Bürokram, der zum Freelance-Leben dazugehört. Manchmal schreibe ich auch selbst: für den Blog, für eine Kolumne oder einfach für mich.
Fazit
Freie Lektorin zu sein bedeutet Selbstdisziplin, Flexibilität und die Fähigkeit, allein produktiv zu sein. Es bedeutet aber auch: Ich arbeite mit Texten, die mir etwas bedeuten – und ich begleite Autorinnen auf einem wirklich besonderen Weg.
