Jede Gründung hat eine Geschichte. Manche entstehen aus einem großen Aha-Moment, manche aus einem langen Prozess des Nachdenkens – und manche aus dem schlichten Gefühl, dass es so, wie es war, nicht mehr stimmt. Bei mir war es eine Mischung aus allem.
Der Ausgangspunkt
Sprache hat mich schon immer fasziniert. Nicht Sprache als abstraktes System, sondern Sprache als das Werkzeug, mit dem Menschen Gedanken, Gefühle und Welten sichtbar machen. Ich habe früh gemerkt, dass ich nicht nur gerne lese – ich lese auch anders. Ich bemerke, wenn ein Satz holpert. Ich spüre, wenn ein Text seinen eigentlichen Kern noch nicht gefunden hat. Ich denke darüber nach, warum manche Texte wirken und andere nicht.
Das ist eine Eigenschaft, die in vielen sozialen Situationen eher stört – aber im Lektorat genau das ist, was gebraucht wird.
Der Weg in die Selbstständigkeit
Nach meiner Ausbildung und ersten Erfahrungen in der Verlagsbranche wurde mir immer klarer: Ich möchte nah am Text arbeiten – und ich möchte direkt mit Autorinnen und Autoren arbeiten. Nicht als anonymes Glied in einer langen Verlagskette, sondern als echte Partnerin in einem kreativen Prozess.
Der Gedanke, eine eigene Agentur zu gründen, wuchs langsam. Ich wollte einen Ort schaffen, an dem Autorinnen und Autoren – vor allem im Self-Publishing-Bereich – professionelle Unterstützung auf Augenhöhe finden. Keine Einheitsberatung. Keine Standardpakete. Sondern individuelle Arbeit, die das Buch in den Mittelpunkt stellt.
Warum „Spell and Sense“?
Der Name ist Programm. Spell – das ist die formale Seite: Rechtschreibung, Grammatik, sprachliche Korrektheit. Sense – das ist die inhaltliche Seite: Sinn, Bedeutung, Wirkung. Beides gehört zusammen, wenn ein Text wirklich gut werden soll.
Ein Buch, das fehlerfrei ist, aber nichts zu sagen hat – das ist halbe Sache. Ein Buch, das Wichtiges zu sagen hat, aber sprachlich holprig ist – auch. Spell and Sense steht für beides: sorgfältige Sprache im Dienst eines starken Inhalts.
Was mich antreibt
Ich arbeite am liebsten mit Menschen, die etwas zu sagen haben – und die wissen, dass sie Unterstützung brauchen, um es so zu sagen, wie es verdient, gesagt zu werden. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Klarheit.
Jedes Buch, das ich begleite, ist ein kleines Vertrauensprojekt. Autorinnen und Autoren geben mir etwas, das ihnen wirklich wichtig ist – manchmal etwas sehr Persönliches. Das nehme ich ernst. Immer.
Und dafür, dass ich das jeden Tag tun darf, bin ich wirklich dankbar.
